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Freude quer durch Generationen

Aachener Zeitung - Nordkreis
17.06.2017, Lokales, Seite 20

Euchen feiert sein 800-jähriges Bestehen mit einer breiten Palette von Veranstaltungen. In zahlreichen Reden an persönliche Erlebnisse in der dörflichen Gemeinschaft erinnert. Fahnenschwenker und Radschläger.

Würselen. Wunderschöne Festtage erlebte Euchen bei Lebensfreunde pur quer durch die Generationen anlässlich des 800-jährigen Bestehens des Ortes und des 40-Jährigen des dortigen Jungenspiels. Gefeiert wurde vier Tage lang unter der Schirmherrschaft des Ex-Präsidenten des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, der wegen Terminüberschneidungen „nur“ eine elektronische Grußbotschaft übermittelte. Bei ihm bedankte sich der Vorsitzende der Interessengemeinschaft, Alexander Eck, für die Übernahme des Ehrenamtes und für die im Vorfeld geleistete Unterstützung. Herzlich begrüßte er neben Bürgermeister Arno Nelles auch den Bundestagsabgeordneten Helmut Brandt und die Landtagsabgeordnete Eva-Maria Voigt-Küppers.

Stimmungsvoll waren die Euchener Haupt-Kirmestage durch die Thekeneröffnung „eingeläutet“ worden. Wie an allen übrigen Abenden zog die Band „Comeback“ alle Register flotter Tanz- und Unterhaltungsmusik. Nach der Einweihung des Findling-Denkmals am Ortseingang (gegenüber dem alten Bahnhof) ging es unbekümmert und unbeschwert im Festzelt hoch her.

Plätze Mangelware

Nicht nur Sitz-, sondern auch Stehplätze waren in St. Nikolaus Mangelware, als Bischof em. Dr. Heinrich Mussinghoff einen festlichen Gottesdienst, assistiert von Pfarrer Rainer Gattys, Pater Konrad Breidenbach und Diakon Dr. Dennis Rokitta, zelebrierte. Musikalisch gestaltet wurde er durch den Chor „Lucivers“, die Herzogenrather Kapelle Straß und Karl Graf an der Orgel. Kirmesstimmung machte sich im Kirchenraum breit, als gemeinsam mit den Spellsleuten das „Öm de Ustere jönnt sich de Faste uus‘“ und „Wer send de Jonge van et Spell“ angestimmt wurde. Von „Großer Gott, wir loben dich“ hallte der Kirchenraum am Ende wider. In Scharen begleiteten die Kirmesfreunde die Spellsleute zur anschließenden Matinee unter einem überhitzten Zeltdach. Da floss so mancher Tropfen Schweiß, nicht nur bei den Festgästen, sondern auch beim „Fußvolk“.

Die Festrede hielt Bürgermeister Arno Nelles, der ein „Heimspiel“ hatte. Angereichert war sie mit persönlichen Erlebnissen innerhalb der dörflichen Gemeinschaft. Er dankte vorab allen Euchener Mitbürgern, die bei der Gestaltung der Festtage Hand angelegt hatten, anlegten und noch anlegen werden. Nicht zuletzt habe der Heimat- und Geschichtsverein eine Menge zur Identität des Ortes Euchen beigetragen. Nelles markierte beim Blick zurück verschiedene Eckpunkte der 800-jährigen Geschichte und rief dabei Sorgen und Nöte der Bevölkerung in Erinnerung. Er mahnte, nie zu vergessen, „dass Frieden und friedliches Zusammenleben jeden Tag neu erarbeitet und gesichert werden müssen“. Und: „Wir dürfen stolz auf unsere beispielhafte dörfliche Gemeinschaft sein. Lasst uns unser Dorf, aber auch die ganze Stadt positiv weiter entwickeln.“ Pfarrer Rainer Gattys schloss sich dem Bürgermeister an und „sang“ ein Loblied auf die liebenswerte Dorfgemeinschaft.

Als solche habe er in seiner bisherigen Amtszeit Euchen kennen gelernt. Vize-Bürgermeister Hans-Josef Bülles, ein Freund von Euchen, beleuchtete in seinem Beitrag, wie die Vereine sich in den verflossenen neun Jahrzehnten in Euchen darstellten. IG-Vorsitzender Alexander Eck, Ehrenvorsitzender Josef Aretz und Willi Kurth bedankten sich beim Zeltwirt Jakob Scheerers aus Straeten für eine 40-jährige, gute Zusammenarbeit.

Als das Jungenspielbrauchtum in Euchen wieder belebt wurde, zählten Willi Lemmen und Resi Lenzen zur Spitze. 1957 waren in der damaligen Spitze Wilhelm und Sibille Beginn ebenfalls mit von der Partie. Im Festzug wurde das Ehepaar zur Feier des Tages im offenen Cabriolet chauffiert. Einen Farbtupfer in Rot und Weiß setzten tanzende Kinder unter der Leitung von Silvia Philippi im flotten von Robert Esser moderierten Programm. Eine internationale Oldtimer-Formation machte mit chromblitzenden Karossen ihre Aufwartung. In einem Kurzfilm gewährte der Geschäftsführer des Heimat- und Geschichtsvereins, Dr. Bruno Weyers, einen Blick in die historische Präsentation vor dem Fest in der Sparkasse in Weiden.

Großer Jubiläumsfestzug

Um Punkt 18 Uhr setzte sich der große Jubiläumsfestzug mit vier Gastjungenspielen in Bewegung. Zahlreiche auswärtige Besucher säumten die Straßen des von der Freiwilligen Feuerwehr vom Autoverkehr abgeriegelten Innenraumes des Dorfes und bejubelten das jugendlich-frische Spektakel. Immer wieder brandete Szenenapplaus auf. Zahlreiche Pritschenkinder aus dem „Dörflein an der Wurm“ schlugen fleißig das Rad. Rund 30 aparte Pärchen aus dem Doppelort probten für ihre Kirmesaufmärsche. Seine Visitenkarte lieferte der andere Ortsnachbar, das Spiel Vorweiden Nassau, ab. Sieben Nachwuchs-Fahnenschwenker übermittelten Grüße von Markt-Preck. Ein echter Hingucker waren die über 30 Pärchen im Euchener Spiel mit Maikönigin Nina Zimmermann, Maikönig Marius Jansen, Maiknecht Lars Klöser und Maimagd Pia Marks an der Spitze. Seine Fahnenschwenker – 17 an der Zahl – schossen wie eh und je ihre rot-weißen Tücher weit in den Wolken verhangenen Himmel hinein. (ehg)

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